Lydia Quast

Privatärztliche Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin ( TCM )
und Klinische Hypnose in Vettweiß / Müddersheim /Aachen

 
 
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Allgemeines zur Traditionellen Chinesichen Medizin

Es ist noch gar nicht so lange her, da wußten die wenigsten mit dem Begriff »Chinesische Medizin« etwas anzufangen. Von Akupunktur hatte man zwar schon gehört, trotzdem wurden dabei erzielte Heilerfolge wohl eher dem Zufall zugeschrieben. Dabei, und das ist immerhin unbestritten, handelt es sich bei der traditionellen chinesischen Medizin um die wohl älteste bekannte Medizinlehre der Welt, deren Entstehung etwa 6000 Jahre zurückliegt. Grundlage ist das medizinische Werk »Huang-ti nei-ching«, das dem legendären Gelben Kaiser (Huang-ti) zugeschrieben wird, wahrscheinlich aber erst im 3. oder 2. Jh. v. Chr. entstanden ist. Dieses Werk enthält die Theorien, wie sie heute noch gültig sind. In ihm heißt es u. a.: »Yin und Yang, die zwei Prinzipien in der Natur, und die vier Jahreszeiten sind der Anfang und das Ende von allem und auch die Ursache für Leben und Tod. Wer die Gesetze des Universums mißachtet, beschwört Unglück und Heimsuchung herauf, während die, die den Gesetzen des Universums folgen, frei von gefährlichen Krankheiten bleiben, denn sie haben Tao erreicht, den rechten Weg.«

Gesund sein, im Einklang sein

Heute wie vor Jahrtausenden verfolgt die Chinesische Medizin nur ein Ziel: Die Lebensenergie des Menschen in einen Zustand von Harmonie und damit Gesundheit zu bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, kombiniert sie Vorbeugung und Therapie, Ernährung und Bewegung, Entspannung und Meditation - Maßnahmen, die sich immer auf die Mobilisierung der Selbstheilungskraft des Körpers richten, des wichtigsten Verbündeten der Chinesischen Medizin. Die alte, chinesische Heilkunst stellt ein höchst umfassendes, ja, kompliziertes Medizinsystem dar, das immer den Menschen als Ganzes im Blick hat: Ein chinesischer Arzt betrachtet nie nur den kranken Teil des Körpers, sondern bezieht auch andere Körperbereiche in die Untersuchung mit ein, um möglichst viele Informationen über die Erkrankung zu bekommen (Den Menschen als Ganzes betrachten). Im Vergleich zu unserer hochtechnisierten, westlichen Medizin kommt er dabei mit scheinbar einfachen Mitteln und Worten aus. Nachdem er den Puls in seinen feinsten Facetten erfühlt und kategorisiert sowie Zungenbelag oder Urin mit bloßem Auge interpretiert hat, spricht er bei der Diagnose z. B. von "feuchter Hitze in den Nieren" oder von "leerem Feuer der Leber". Und auch zur Behandlung benötigt er nicht mehr als winzige Akupunkturnadeln, Massagen, Diäten, Kräuter oder andere Heildrogen. (Tuina-Massage: Akupunktur mit den Fingern, Chinesische Diätetik: Von der Heilkraft des Geschmacks, Tai Chi: Meditation in Bewegung).

Ein Ganzes: Yin und Yang

Grundlage der chinesischen Medizin ist das Gedankengut des Taoismus, den der Philosoph Lao Tse um 500 v. Chr. begründete und der uns lehrt, dass alles Sein von Gegensätzen bestimmt wird. Alles im Universum - sei es ein Baum, ein ferner Planet, eine Speise, der Mensch oder eines seiner Organe - wird von der allgegenwärtigen Lebensenergie Qi durchströmt, die sich aus zwei gegenpoligen, einander aber ergänzenden Aspekten zusammensetzt, der weiblichen Yin- und der männlichen Yang-Energie. Lao Tse erläutert dies:

"Sein und Nichtsein erzeugen einander Schwer und Leicht vollenden einander. Lang und Kurz gestalten einander. Hoch und Tief verkehren einander..."

Auch in der Chinesischen Medizin dreht sich alles um das Qi und seine Komponenten Yin und Yang. Soll der Mensch gesund bleiben, müssen diese in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen und gleichmäßig auf den unsichtbaren Energiebahnen des Körpers, den Meridianen (Meridiane: Lebenslinien auf Chinesisch) fließen. Kippt die Balance von Yin und Yang, etwa durch Krankheitsauslöser wie Kälte oder Nässe, wird der Qi-Fluss holprig, stockend oder auch zu stürmisch und der betroffene Bereich unseres Körpers reagiert mit Krankheitssymptomen. Ein chinesisch orientierter Arzt erkennt dann zum Beispiel einen "Yin-Mangel der Leber" (schulmedizinisch entspricht dies u.a. Bluthochdruck, aber auch chronischen Augenleiden) und meint damit: Das Qi der Leber, also die spezifische Energie dieses Organs ist gestört, da sie zu wenig Yin und zu viel Yang enthält. Durch therapeutische Maßnahmen wie insbesondere Akupunktur, aber auch durch eine weniger yang-betonte Ernährung oder Bewegungstherapie mit Tai Chi wird der Arzt das Ungleichgewicht lösen und den Patienten so von seinen Beschwerden befreien.

Die Yin-Yang-Symbole, Erscheinungen und Eigenschaften

Yin

Yang

Schwarz

Weiß

Negativ

Positiv

Weiblich

Männlich

Körper

Geist

Seele

Verstand

Mond

Sonne

Erde

Himmel

Nacht

Tag

Dunkelheit, Kälte, Feuchte

Hitze, Helligkeit, Trockenheit

Wasser

Feuer

Nach oben

Nach unten

Norden

Süden

Gerade Zahlen

Ungerade Zahlen

Kontraktion

Fließend

Füße

Kopf

Kalt

Heiß

Links

Rechts

Nah

Fern

Herbst und Winter

Frühling und Sommer

Geistig aktiv

Körperlich aktiv

Passiv

Aktiv

Yin-Yang-Organe

Yin-Organe/Speicherorgane

Yang-Organe/Hohlorgane

Herz (xin)

Gallenblase (dan)

Herzbeutel (xin-bao)

Magen (wei)

Lunge (fei)

Dünndarm (xiao-chang)

Milz (pi)

Dickdarm (da-chang)

Leber (gan)

Blase (pang-guang)

Nieren (shen)

Dreifachbrenner (san-jiao)*

* Dieses Organ hat in der traditionellen chinesischen Medizin zwar einen Namen, aber keine Form, und ist wohl am sinnvollsten dahingehend zu beschreiben, daß es regulierend in jene den Wasserhaushalt des Körpers bestimmende Organe eingreift.

Tom Monte schreibt in seinem Buch »Die fünf Wege der Heilung« über die traditionelle chinesische Medizin Folgendes:

»Um dies zu veranschaulichen wollen wir uns die Beziehung zwischen Wasser und Feuer ansehen. Sehr oft essen die Leute zuviel Salz, was zu Nierenstörungen führt. Nieren und Blase (Element Wasser) steuern die Arbeit von Herz und Dünndarm (Element Feuer). Nierenstörungen, ja vor allem solche, die durch übermäßigen Verzehr von Salz entstehen, verursachen daher Krankheiten des Elements Feuer, etwa Herzkrankheiten und hohen Blutdruck. Wenn wir sie behandeln wollen, müssen wir das kontrollierende Element behandeln. Letztendlich werden alle Disharmonien jedoch durch die Lebensweise eines Menschen verursacht, d. h. seine Beziehung zum Universum (...)